Sporthallenboden reinigen & pflegen

Kübler Sport Redaktion |

Lesedauer: 3 Minuten

Eine Sporthalle muss vielseitigen Anforderungen gerecht werden. Ein wichtiger Aspekt ist der Hallenboden – er darf weder zu rutschig noch zu stark rutschhemmend sein. Die Reinigung der Böden trägt einen großen Teil dazu bei, dies zu gewährleisten. Die Reinigung und Pflege der Sporthallenböden ist entsprechend nicht nur aus ästhetischen und hygienischen Gründen wichtig, sondern auch für die Funktionalität der Böden. So wird sichergestellt, dass der Hallenboden sein optimales Gleitverhalten beibehält und somit Sportunfälle vorgebeugt werden.

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Sporthallenboden Reinigung für einen sicheren Sportbetrieb

Bedeutung der Reinigung für die Sicherheit von Sportböden

Sportler setzen Vertrauen in den Sportboden, auf dem sie trainieren oder Wettkämpfe bestreiten. Sportböden müssen nicht nur stabil sein, sondern auch die richtige Balance zwischen Trittsicherheit und Gleitfähigkeit bieten. Wenn der Hallenboden zu rutschig ist, besteht die Gefahr des Abrutschens und Verletzungen durch Stürze. Ist er jedoch zu griffig, kann dies zu holprigen Drehbewegungen und Stolpern führen. Durch die richtige Reinigung und Pflege können wichtige Sicherheitsaspekte beeinflusst werden. Staub, Schweiß, Schmutz und Reinigerrückstände können die Oberfläche des Bodens beeinträchtigen und das Gleitverhalten negativ beeinflussen. Daher ist es entscheidend, dass der Hallenboden regelmäßig gereinigt wird, um seine optimale Griffigkeit zu erhalten und somit das Risiko von Verletzungen zu minimieren.

Gleitreibungskoeffizient bei Sportböden

Die ÖNORM EN 14904 beschreibt die Anforderungen an Sportböden – so wird u. a. sichergestellt, dass die Sportböden eine ausreichende Trittsicherheit bieten und Unfälle vermieden werden. Gemäß dieser Norm muss der geforderte Gleitreibungskoeffizient bei Sporthallenböden zwischen 0,4 und 0,6 μ liegen. Die Vor-Ort-Beurteilung der Rutschhemmung auf verlegten Böden mit speziellen Gleitmessgeräten erfolgt in Österreich zusätzlich nach ÖNORM EN 16165.

Beurteilung der Rutschgefahr

Bei der Rutschsicherheit und des Gleitverhaltens von Sporthallenböden gilt in Österreich die ÖNORM EN 14904. Um Unfälle zu vermeiden und die Sportfunktionalität zu erhalten, gibt die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) Richtlinien für den sicheren Betrieb vor:

GleitreibungskoeffizientKlassifizierungMaßnahme
µ < 0,35nicht ausreichend rutschhemmendAkuter Handlungsbedarf: Erhöhte Unfallgefahr. Sonderreinigung/Entfettung erforderlich.
µ 0,35 bis < 0,40eingeschränkt betriebstauglich
Maßnahmen sinnvoll: Reinigungsprotokoll und Pflegemittel prüfen (Gefahr von Rückständen)
µ 0,40 bis 0,60uneingeschränkt
betriebstauglich
Normbereich nach ÖNORM EN 14904: Optimaler Zustand, keine Maßnahmen erforderlich.
Bewertungskonzept der Rutschgefahr

Reinigungsarten in der Sporthalle

  • Reinigungshäufigkeit
    Um die Sporthalle zu reinigen und zu pflegen, und damit die Rutschhemmung sicherzustellen, gibt es verschiedene Maßnahmen.
Häufigkeit*Maßnahme
Unterhaltsreinigung
Entfernung haftende und nicht haftende Verschmutzungen
mind. arbeitstäglich bei täglicher Nutzung– Reinigung mit Breitwischmopp, Besen, Staubsauger oder Reinigungsmaschine
– Nebelfeucht wischen falls erforderlich
Unterhaltspflege
Auftrag einer Schutzschicht
je nach Beanspruchung und Maßnahme– Auftragen von Pflegemitteln manuell oder maschinell
– Auftragen von Wischpflegemitteln im Rahmen der Unterhaltsreinigung
Grundreinigung
Tiefenreinigung durch Entfernung des Pflegefilms und Neuauftrag einer Schutzschicht
mind. jährlich– Abtragen und Auftragen von Pflegemitteln und hartnäckigen Verschmutzungen mit Spezialgerät wie Einscheibenmaschine, Scheuersaugmaschine oder Exzentermaschine
Reinigungshäufigkeit Turn- und Sporthallen

* angepasst an Grad der Verschmutzung und Nutzungshäufigkeit.

  • Reinigungs- und Pflegeprodukte
    Grundsätzlich wichtig ist, dass nicht auf jedem Sportbodenbelag jedes Reinigungsmittel eingesetzt werden darf. Es gelten die spezifischen Reinigungs- und Pflegehinweise des Bodenherstellers, der im Normalfall spätestens nach der Fertigstellung des Boden die Reinigungs- und Pflegeanleitung aushändigt. Bei Produkten für die Unterhaltsreinigung sowie Unterhaltspflege wird unterschieden zwischen Produkten, die nur reinigen und solchen, die zusätzlich pflegen. Es sollten nur aufeinander abgestimmte Produkte eingesetzt werden. Ansonsten drohen entweder Schäden an der Nutzschicht des Hallenbodens oder die sportfunktionellen Eigenschaften gemäß ÖNORM 14904 können nicht mehr eingehalten werden. Bei Hallen, in denen mit Handballharz gespielt wird, muss zusätzlich Harzentferner bei der Unterhaltsreinigung zum Einsatz kommen. Abschließend ist es wichtig, die entsprechenden Mittel dem Reinigungspersonal immer ausreichend zur Verfügung zu stellen, alle Beteiligten zu schulen und regelmäßig die Ergebnisse zu überprüfen.
  • Reinigungsgeräte
    Die Frage, ob der Sporthallenboden manuell mit Mopp und Besen und/oder maschinell gepflegt wird, hängt immer von der Größe und Art der Sportstätte ab. In Sporthallenkomplexen bzw. Hallen mit Mehrzwecknutzung, in denen beispielsweise auch Veranstaltungen stattfinden, sind Reinigungsmaschinen die erste Wahl. Diese können mehrere Arbeitsschritte und große Flächen effektiv reinigen. Zur Grundreinigung ist in jedem Fall eine Spezialmaschine notwendig. Gerade in kleineren Sporthallen wird die Grundreinigung oft von externen Dienstleistern durchgeführt.

Vorbeugende Maßnahmen zur Sportbodenpflege

Neben der Reinigung und Pflege mit entsprechenden Reinigungs- und Pflegeprodukten können weitere Maßnahmen ergriffen werden, um den Zustand des Sportbodens langfristig zu erhalten und Probleme wie Verschleiß, Beschädigungen oder Sicherheitsrisiken zu minimieren:

  • Platzierung von ausreichend großen Schmutzfangmatten im Eingangsbereich, um Feuchtigkeit, Nässe und Schmutz zurückzuhalten.
  • Feuchtwischen während Wettkampfpausen, um Staub, Abrieb, Schweißtropfen usw. zu beseitigen.
  • Regelmäßige Reinigung und Wartung von Lüftungs- und Klimaanlagen, um sicherzustellen, dass die staubige Luft gefiltert und nicht weiter verteilt wird.
  • Verwendung klebender Bodenmarkierungen mit maximaler Klebekraft von 7N/25mm und Abziehen unter einem Winkel von weniger als 90°.
  • Überprüfung der Belastungsgrenzen der Radlasten bei der Nutzung von Reinigungsmaschinen.

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