Cheerleading (von englisch cheer „Beifall“ und to lead „anführen“, also sinngemäß „den Beifall anführen“) ist ein vielseitiger Mannschaftssport, der Elemente aus Akrobatik, Bodenturnen, Tanz und Anfeuerungsrufen verbindet. Ursprünglich entstand Cheerleading zur Unterstützung am Spielfeldrand anderer Sportarten, wie beispielsweise dem American Football und Basketball, wobei Cheerleader für die Animation des anwesenden Publikums zuständig waren.
Heute hat sich Cheerleading längst zu einer eigenständigen Wettkampfdisziplin entwickelt. Auf zahlreichen Meisterschaften auf nationaler und internationaler Ebene präsentieren die Teams ein zwei- bis dreiminütiges Programm – die sogenannte Routine –, welches aus unterschiedlichen Elementen besteht und nach Schwierigkeitsgrad, Ausführung, Synchronität und Ausdruck bewertet wird. Mittlerweile stehen deshalb vor allem sportliche Leistung, Präzision und Teamarbeit im Mittelpunkt des Cheersports, wobei die traditionelle Unterstützungsfunktion an der Sideline anderer Sportarten auch in Österreich weiterhin Teil der Sportkultur ist.

Ursprung und Entwicklung des Cheerleadings
Cheerleading entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den USA. 1898 wurden bei einem Footballspiel erstmals organisierte Anfeuerungsrufe eingesetzt, woraus sich die Sportart nach und nach entwickelte. Am Anfang war Cheerleading ein reiner Männersport, denn Frauen kamen erst später hinzu und prägten den Sport zunehmend durch Tanz und Hebefiguren.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Cheerleading stetig weiter. Passende Musik, aufwendige Choreografien und akrobatische Elemente hielten Einzug. Besonders in den 1970er-Jahren wurde die Sportart deutlich athletischer, indem Stunts, Pyramiden und spektakuläre Würfe (die Basket Tosses) integriert wurden. Nach und nach differenzierte sich der Cheersport in das tänzerisch geprägte Performance Cheer (Cheerdance) und das akrobatikorientierte Cheerleading aus.
Cheerleading in Österreich
Durch die steigende Popularität des American Football (insbesondere im Dunstkreis von Pioniervereinen wie den Vienna Vikings oder Graz Giants) breitete sich Cheerleading ab den 1980er-Jahren zunehmend auch in Österreich aus. Organisiert wird der Sport heute eigenständig und professionell unter dem Dach des Österreichischen Cheerleading und Cheerperformance Verbandes (ÖCCV), welcher als Fachverband für den Cheersport in Österreich agiert.
Meilensteine in Österreich
- 1980er-Jahre: Erste Cheerleader-Gruppen in Österreich entstehen im Rahmen von Football-Clubs.
- 1990er-Jahre: Etablierung erster nationaler Meisterschaften und fester Regelwerke.
- Gründung des ÖCCV: Der Österreichische Cheerleading und Cheerperformance Verband schafft eine eigenständige, strukturierte Verbandsbasis für den gesamten Bundesgebiet.
- Staatliche Anerkennung: Eingliederung in das offizielle österreichische Sportsystem und enge Zusammenarbeit mit den Bundes-Sportorganisationen.
Die Cheerleading-Community in Österreich wächst kontinuierlich. Tausende Athletinnen und Athleten sind in Vereinen organisiert, und zunehmend entstehen spezialisierte Trainingshallen. Die Mischung aus Athletik, gegenseitigem Vertrauen und Teamgeist begeistert Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen – sowohl im Breitensport als auch in hochklassigen Nationalteams, die international erfolgreich sind.
Ausrichtungen im Cheer-Sport
Cheerleading
Im klassischen Cheerleading stehen akrobatische Hebefiguren (Stunts), Tumbling, Sprünge und Tanzeinlagen im Mittelpunkt. Teams präsentieren auf Meisterschaften ihre Routines, die von einer Fachjury bewertet werden. Man unterscheidet zwischen rein weiblichen Allgirl-Teams und gemischten Coed-Teams. Der Fokus liegt auf sportlicher Höchstleistung und dem direkten Vergleich. Viele österreichische Teams unterstützen neben ihren Meisterschaftsaktivitäten weiterhin Football- oder Basketballteams am Spielfeldrand.
Cheerdance/Performance Cheer
Performance Cheer orientiert sich stärker an den tanzspezifischen Ursprüngen der Sportart. Hier liegt der Fokus auf präzisen Choreografien (oft mit Pom-Poms), Jazz, Freestyle oder Hip-Hop. Diese Disziplin wird sowohl als spektakuläre Show-Einlage an der Sideline als auch als eigenständige, hochkompetitive Meisterschaftskategorie ausgetragen.

Typische Elemente einer Cheerleading-Routine
Eine Routine besteht aus verschiedenen Bausteinen, die zu einer dynamischen Choreografie kombiniert werden:
- Stunts: Akrobatische Hebefiguren, bestehend aus Bases, Backspot und Flyer.
- Tumbling: Bodenturnelemente wie Flickflack oder Salto.
- Pyramiden: Mehrere miteinander verbundene Stunts als optisches Gesamtbild.
- Basket Toss: Wurfelemente, bei denen der Flyer in der Luft akrobatische Figuren zeigt.
- Jumps: Sprungtechniken wie Toe Touch oder Pike.
- Dance & Motions: Tanzeinlagen und genormte Arm- und Beinbewegungen.
- Cheer: Anfeuerungsruf zur Publikumsanimation mit präzisen Motions.
Darbieten lässt sich das Ganze auf ein energiegeladenes Musik-Medley. Cheerleading erfordert eine perfekte Kombination aus Kraft, Koordination, Beweglichkeit und blindem Vertrauen im Team, da jede Position (Bases, Backspot, Flyer, Spotter, Tumbler) eine unverzichtbare Aufgabe erfüllt.
Drei Cheerleading Funfacts
- Der Österreichische Cheerleading und Cheerperformance Verband (ÖCCV) treibt die Professionalisierung des Sports in den Bundesländern massiv voran und verzeichnet stetig steigende Mitgliederzahlen.
- Österreichische Cheerleading-Nationalteams zählen seit Jahren zu den absoluten Spitzenteams in Europa und der Welt (u. a. bei Welt- und Europameisterschaften der ICU).
- Ein professioneller Basket Toss in der Spitzenklasse katapultiert den Flyer oft mehrere Meter hoch in die Hallenluft – pure Dynamik und Vertrauen pur!