Mattenarten im Kampfsport: Unterschiede und Einsatzbereiche

Kübler Sport Redaktion |

Lesedauer: 6 Minuten

Kampfsportmatten bilden die Grundlage für ein sicheres und funktionales Training. Welche Matte sich eignet, hängt von der jeweiligen Kampfsportart und den ausgeführten Techniken ab. Schnelle Schritte und Drehungen benötigen eine feste, rutschhemmende Unterlage. Bei Würfen, Stürzen und Bodenkampf kommt es stärker auf die Dämpfung an. Zu den häufig verwendeten Mattenarten im Kampfsport gehören Puzzlematten, Judomatten beziehungsweise Tatami und Rollmatten. Sie unterscheiden sich beim Material, bei der Oberfläche, bei der Dämpfung und bei der Art der Verlegung. Der folgende Überblick zeigt, welcher Mattentyp zu den verschiedenen Kampfsportarten passt.

Zwei Kampfsportlerinnen trainieren eine Bodenkampftechnik auf schwarzen Tatami-Matten
Zwei Kampfsportlerinnen trainieren eine Bodenkampftechnik auf schwarzen Tatami-Matten | Виталий Сова – stock.adobe.com

Das Wichtigste zu den Mattenarten im Kampfsport

  • Puzzlematten eignen sich häufig für Karate, Taekwondo und andere standorientierte Kampfsportarten.
  • Judomatten sind auf Würfe, Fallübungen und Bodentechniken im Judo und Ju-Jutsu ausgelegt.
  • Rollmatten kommen unter anderem beim Ringen, Grappling, Brazilian Jiu-Jitsu und MMA zum Einsatz.
  • MMA stellt besondere Anforderungen, weil Standkampf, Würfe und Bodenkampf auf derselben Fläche stattfinden.
  • Mattenstärke und Härtegrad erlauben allein keine zuverlässige Beurteilung der Dämpfung.
  • Die Mattenfläche muss eben, lückenlos und gegen Verschieben gesichert sein.
  • Für Wettkämpfe können besondere Vorgaben des jeweiligen Sportverbandes gelten.

Mattenarten im Kampfsport im direkten Vergleich

Die verschiedenen Mattentypen sind auf unterschiedliche Bewegungen und Belastungen ausgelegt. Puzzlematten bieten eine formstabile Fläche für schnelle Schritte und Tritte. Judomatten dämpfen die Belastungen bei Würfen und Landungen. Rollmatten ermöglichen große, zusammenhängende Flächen für Ringen und Bodenkampf.

MattenartTypische KampfsportartenWesentliche EigenschaftenMögliche Einschränkungen
PuzzlemattenKarate, Taekwondo, Kickboxen, je nach Modell auch MMAmodular, formstabil und schnell verlegbarnicht jedes Modell eignet sich für Würfe oder intensiven Bodenkampf
Judomatten beziehungsweise TatamiJudo, Ju-Jutsu und Jiu-Jitsuformstabil, dämpfend und meist mit rutschhemmender Unterseitehöheres Gewicht und entsprechender Lagerbedarf
RollmattenRingen, Grappling, Brazilian Jiu-Jitsu und MMAgroßflächig verlegbar, wenige Übergänge möglichBahnen müssen sicher miteinander verbunden werden
Turn- und Landemattenergänzende Fall- und Bewegungsübungenje nach Bauart unterschiedliche Dämpfungkein regulärer Ersatz für Kampfsportmatten

Die Zuordnung dient der Orientierung. Entscheidend sind die tatsächlich ausgeführten Techniken und die Eigenschaften des konkreten Modells. Herstellerangaben und Prüfwerte zeigen, ob eine Sportmatte für den vorgesehenen Einsatz geeignet ist.

Puzzlematten als flexible Mattenart im Kampfsport

Puzzlematten bestehen meist aus leichtem EVA-Schaumstoff. Durch ihre verzahnten Kanten lassen sie sich schnell zu unterschiedlich großen Trainingsflächen zusammensetzen, wieder abbauen und platzsparend lagern.

Die Matten eignen sich vor allem für standorientierte Kampfsportarten wie Karate, Taekwondo und Kickboxen. Für Bodenkampf, Würfe und Fallübungen dürfen nur Modelle verwendet werden, die ausreichend dämpfen und ausdrücklich für diese Belastungen vorgesehen sind.

Puzzlematten im Vereinssport

Für den Vereinssport bieten Puzzlematten verschiedene praktische Eigenschaften:

  • flexible Anpassung der Mattenfläche
  • vergleichsweise geringes Gewicht
  • schneller Auf- und Abbau
  • platzsparende Lagerung
  • Austausch einzelner Elemente möglich
  • Verwendung in mehrfach belegten Sporthallen

Bei häufiger Montage können die Verzahnungen verschleißen. Auf einem glatten Hallenboden kann sich außerdem die gesamte Fläche verschieben. Puzzlematten müssen daher lückenlos verbunden und entsprechend den Herstellervorgaben gesichert werden.

Judomatten im Kampfsport: Tatami für Würfe und Fallübungen

Judomatten, auch Tatami genannt, sind speziell für Würfe, Stürze und Bodentechniken ausgelegt. Ihr formstabiler Schaumstoffkern dämpft den Aufprall, während die rutschhemmende Unterseite für einen stabilen Stand der Matte sorgt.

Die belastbare, strukturierte Oberfläche bietet Halt, ohne Dreh- und Bodentechniken unnötig zu behindern. Damit verbinden Judomatten eine auf Fallübungen abgestimmte Dämpfung mit der nötigen Festigkeit für einen sicheren Stand. Wie stark sie die Gelenke entlasten, hängt zusätzlich von der ausgeführten Technik, dem Körpergewicht und dem Bewegungsablauf ab.

Judomatten im Vereinssport

Zu den wesentlichen Eigenschaften geeigneter Judomatten gehören:

  • auf Würfe und Landungen abgestimmte Dämpfung
  • formstabiler Schaumstoffkern
  • belastbare und reinigungsfähige Oberfläche
  • rutschhemmende Unterseite
  • ausreichende Standsicherheit
  • geringere Einsinktiefe als bei Weichbodenmatten

Judomatten können aufgrund ihres Formats und Gewichts mehr Transport- und Lagerkapazität erfordern. Die Stabilität der ausgelegten Fläche hängt jedoch nicht allein vom Gewicht ab. Entscheidend sind ebenso die Unterseite, der Hallenboden, das Verlegesystem und die Sicherung der gesamten Mattenfläche.

DIN EN 12503-3 behandelt die sicherheitstechnischen Anforderungen an Judomatten. Für einen Wettkampf können zusätzliche Vorgaben des zuständigen Sportverbandes gelten. Eine Matte für das Vereinstraining ist daher nicht automatisch für den Wettkampf zugelassen.

Rollmatten im Kampfsport für große Trainingsflächen

Rollmatten bestehen meist aus einem leichten Schaumstoffkern mit einer widerstandsfähigen Oberfläche. Die einzelnen Bahnen werden mit Klettverschlüssen oder Abdeckbändern zu einer durchgehenden Trainingsfläche verbunden.

Sie eignen sich besonders für große oder mehrfach genutzte Räume sowie für Ringen, Brazilian Jiu-Jitsu, Grappling und MMA. Beim Verlegen dürfen zwischen den Bahnen keine offenen Fugen oder Höhenunterschiede entstehen.

Die Bezeichnung „Rollmatte“ beschreibt lediglich, dass sich die Matte aufrollen lässt. Ob sie für Würfe oder Bodenkampf geeignet ist, hängt von ihrem Aufbau, ihrer Dämpfung und der Herstellerfreigabe ab.

Welche Matte passt zu welcher Kampfsportart?

Karate

Karate besteht überwiegend aus Standtechniken, schnellen Schritten, Drehungen, Schlägen und Tritten. Die Matte sollte deshalb formstabil und griffig sein. Eine zu weiche Oberfläche kann Drehbewegungen erschweren und die Standsicherheit beeinträchtigen.

Häufig kommen Puzzlematten zum Einsatz. Für Karate-Wettkämpfe müssen zusätzlich die Vorgaben des zuständigen Verbandes beachtet werden.

Taekwondo

Beim Taekwondo spielen schnelle Schrittfolgen, Drehungen, Sprünge und Tritte eine wichtige Rolle. Die Matte benötigt daher eine griffige Oberfläche und ausreichend Festigkeit. Gleichzeitig sollte sie Landungen nach Sprüngen angemessen dämpfen.

Für Training und Wettkampf werden häufig Puzzlematten verwendet. Nicht jedes Modell ist jedoch für Sprünge oder zusätzliche Fallübungen ausgelegt.

Kickboxen

Beim Kickboxen stehen Schläge, Tritte, Ausweichbewegungen und schnelle Richtungswechsel im Vordergrund. Eine formstabile Kampfsportmatte unterstützt einen sicheren Stand und kontrollierte Drehbewegungen.

Puzzlematten können für das Training geeignet sein. Werden zusätzlich Würfe oder intensivere Fallübungen trainiert, muss das Modell ausdrücklich für diese Belastungen vorgesehen sein.

Judo

Judo umfasst Würfe, Fallschule und Bodentechniken. Die Matten müssen den Aufprall bei wiederholten Landungen dämpfen und gleichzeitig genügend Festigkeit für einen sicheren Stand bieten.

Dafür werden speziell ausgelegte Judomatten beziehungsweise Tatami verwendet. Eine dünne Puzzle-, Gymnastik- oder Bodenschutzmatte ersetzt keine geeignete Judomatte.

Ju-Jutsu und Jiu-Jitsu

Ju-Jutsu und verschiedene Formen des Jiu-Jitsu verbinden Standtechniken, Würfe, Fallübungen und Bodenkampf. Die Matte benötigt deshalb sowohl eine geeignete Dämpfung als auch eine formstabile Oberfläche.

Je nach Trainingsschwerpunkt kommen Judomatten oder entsprechend ausgewiesene Puzzle- und Rollmatten infrage. Bei häufigen Würfen sind die Dämpfungseigenschaften besonders zu berücksichtigen.

Ringen

Beim Ringen wechseln Standkampf, Würfe und Bodenkampf schnell aufeinander. Die Matte muss eine große, geschlossene Trainingsfläche bilden und ausreichend Halt bieten. Gleichzeitig soll sie Stürze und Würfe dämpfen.

Häufig werden großflächige Rollmatten eingesetzt. Ihre Bahnen müssen ohne offene Fugen oder Höhenunterschiede verbunden sein.

Brazilian Jiu-Jitsu und Grappling

Brazilian Jiu-Jitsu und Grappling finden zu einem großen Teil am Boden statt. Die Oberfläche sollte deshalb hautverträglich und ausreichend griffig sein. Sie darf Bewegungen und Positionswechsel aber nicht unnötig behindern.

Geeignet sein können Rollmatten, Judomatten oder ausdrücklich für Bodenkampf vorgesehene Puzzlematten. Bei Techniken aus dem Stand muss die Matte zusätzlich die dabei auftretenden Stürze und Landungen dämpfen können.

MMA

MMA verbindet Schläge und Tritte im Stand mit Takedowns, Würfen und Bodenkampf. Dadurch muss die Matte unterschiedliche Anforderungen gleichzeitig erfüllen:

  • fester Stand bei Schlägen, Tritten und Richtungswechseln
  • ausreichende Dämpfung bei Takedowns und Stürzen
  • hautverträgliche Oberfläche für den Bodenkampf
  • sichere Verbindungen ohne offene Fugen
  • genügend Rutschfestigkeit, ohne Drehbewegungen zu blockieren

Für MMA können entsprechend ausgelegte Rollmatten oder spezielle Puzzlematten infrage kommen. Eine einfache Fitness- oder Bodenschutzmatte ist nicht automatisch geeignet. Entscheidend ist, dass der Hersteller das Modell für die vorgesehenen Stand-, Wurf- und Bodentechniken freigibt.

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Kampfsportmatten: Dämpfung, Rutschfestigkeit und sicherer Stand

Eine Kampfsportmatte muss zum jeweiligen Training passen. Bei Würfen soll sie den Aufprall dämpfen. Bei Schritten, Tritten und Drehungen muss sie dagegen einen sicheren Stand bieten.

Dabei sind fünf Eigenschaften wichtig:

  • Stoßdämpfung: Wie gut federt die Matte Würfe und Stürze ab?
  • Rutschfestigkeit: Bietet die Oberfläche genügend Halt und bleibt die Matte auf dem Hallenboden liegen?
  • Standfestigkeit: Können sich die Teilnehmenden sicher auf der Matte bewegen?
  • Einsinktiefe: Wie weit sinken Körper oder Füße bei Belastung ein?
  • Härtegrad: Wie leicht lässt sich die Matte eindrücken?

Eine besonders dicke oder weiche Matte ist nicht automatisch besser. Sinkt sie zu stark ein, werden schnelle Schritte und Drehungen erschwert. Eine sehr harte Matte bietet einen festen Stand, dämpft Würfe und Stürze aber möglicherweise nicht ausreichend.

Welche Eigenschaften sind beim Training wichtig?

  • Karate, Taekwondo und Kickboxen: formstabil, griffig und geringe Einsinktiefe
  • Judo und Ju-Jutsu: geeignete Dämpfung für Würfe und Landungen sowie sicherer Stand
  • Ringen: geschlossene, griffige und ausreichend dämpfende Fläche
  • BJJ und Grappling: hautverträgliche Oberfläche und passende Dämpfung für Bodenkampf
  • MMA: ausgewogenes Verhältnis aus Standfestigkeit, Dämpfung und Hautverträglichkeit
  • Wettkampf: Einhaltung der Vorgaben des jeweiligen Sportverbandes

Auch Körpergewicht, Technik und Art des Aufpralls beeinflussen die Belastung. Deshalb eignet sich nicht jeder Mattentyp für jede Kampfsportart.

Abgrenzung zu Fallschutz- und Landematten

Turn-, Niedersprung- und Weichbodenmatten können einzelne Übungen ergänzen, sind aber keine regulären Kampfsportmatten. Ihr Fallschutz ist für bestimmte Bewegungs- und Landungsformen ausgelegt.

Weichbodenmatten können flächige Landungen dämpfen, besitzen jedoch eine große Einsinktiefe. Bei Fußlandungen und gleichzeitigen Drehbewegungen können die Füße zu tief einsinken. Dadurch kann die Belastung der Gelenke steigen.

Welche Matte für bestimmte Übungen geeignet ist, muss anhand ihrer Zweckbestimmung beurteilt werden. Fallschutzmatten aus anderen Einsatzbereichen dürfen nicht ohne entsprechende Herstellerfreigabe für den Kampfsport verwendet werden.

Checkliste: Welche Kampfsportmatte ist die richtige?

  • Kampfsportart: Überwiegen Standtechniken, Würfe oder Bodenkampf?
  • Mattentyp: Ist das Modell für die vorgesehenen Techniken freigegeben?
  • Dämpfung: Kann die Matte Würfe, Stürze und Landungen angemessen dämpfen?
  • Stand: Bietet die Oberfläche genügend Halt für Schritte und Drehungen?
  • Bodenkampf: Ist die Oberfläche hautverträglich und frei von problematischen Fugen?
  • Mattenfläche: Sind Höhenunterschiede und ein Verrutschen ausgeschlossen?
  • Wettkampf: Werden die Vorgaben des zuständigen Sportverbandes eingehalten?

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